Fachkräftemangel Schweiz: Welche Branchen am dringendsten Personal suchen

Der Fachkräftemangel ist zum grössten Wachstumshemmnis der Schweizer Wirtschaft geworden. Gemäss dem Fachkräftemangel-Index von Adecco/Stellenmarkt-Monitor lag er 2025 auf dem zweithöchsten Wert seit Messbeginn. Über 120'000 Stellen blieben im Jahresdurchschnitt unbesetzt.

Fachkräftemangel nach Branchen

Fachkräftemangel Schweiz: Welche Branchen am dringendsten Personal suchen
BrancheMangel-Index (Skala 1-10)Offene Stellen (geschätzt)
Pflege & Gesundheit9,228'000
IT & Software8,818'000
Ingenieurwesen8,412'000
Handwerk & Bau7,822'000
Logistik & Transport6,48'000
Gastronomie6,214'000
Bildung (Lehrpersonen)6,85'000

Die Pflege hat den akutesten Mangel: Es fehlen geschätzt 28'000 Pflegefachkräfte. Bis 2030 wird der Bedarf gemäss OBSAN um weitere 30'000 steigen — bei gleichzeitiger Alterung der bestehenden Belegschaft. In der IT fehlen 18'000 Fachkräfte — trotz überdurchschnittlicher Löhne und wachsender Absolventenzahlen.

Ursachen

Demografie: Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Pension, die nachfolgenden Kohorten sind kleiner. Bis 2030 verlassen rund 500'000 Erwerbstätige mehr den Arbeitsmarkt als eintreten — selbst mit Zuwanderung.

Qualifikationsmismatch: Viele offene Stellen erfordern Spezialkenntnisse (IT-Security, Data Science, Pflegeexpertise), die am Markt nicht vorhanden sind. Die Weiterbildung kann das nur teilweise kompensieren.

Teilzeitkultur: Die hohe Teilzeitquote reduziert das effektive Arbeitskräfteangebot. Wenn 37% Teilzeit arbeiten, braucht man mehr Personen für die gleiche Arbeit.

Kosten des Fachkräftemangels

Der Fachkräftemangel kostet die Schweizer Wirtschaft geschätzt CHF 6 bis 8 Milliarden pro Jahr — durch entgangene Wertschöpfung, Umsatzausfälle, höhere Rekrutierungskosten und Produktivitätsverluste. Besonders KMU leiden, weil sie im Wettbewerb um Talente gegen Grossunternehmen verlieren.

Gegenstrategien

Fachkräftemangel Schweiz: Welche Branchen am dringendsten Personal suchen - illustration

Was die Schweiz tut: Zuwanderung von Fachkräften (Personenfreizügigkeit), Ausbildung verstärken (mehr Lehrstellen in Mangelberufen), höhere Erwerbsbeteiligung (Frauen, Ältere), Automatisierung und Digitalisierung repetitiver Aufgaben.

Datenquellen

Adecco Group Switzerland/Universität Zürich, Swiss Job Market Index. BFS, SAKE. x28/Stellenmarkt-Monitor.

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Haeufig gestellte Fragen

In welchen Branchen fehlen in der Schweiz am meisten Fachkräfte?
Pflege (28'000 fehlende Stellen), IT (18'000), Handwerk/Bau (22'000) und Ingenieurwesen (12'000) sind am stärksten betroffen.
Wie viele Stellen sind in der Schweiz unbesetzt?
Über 120'000 Stellen im Jahresdurchschnitt 2025. Der Fachkräftemangel-Index liegt auf dem zweithöchsten Wert seit Messbeginn.
Was kostet der Fachkräftemangel die Wirtschaft?
Geschätzt CHF 6 bis 8 Milliarden pro Jahr — durch entgangene Wertschöpfung, höhere Rekrutierungskosten und Produktivitätsverluste.

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