Die akute Phase der Covid-Pandemie ist vorbei, aber für viele Betroffene ist sie es nicht. Schätzungsweise 230'000 Personen in der Schweiz litten 2025 noch unter Symptomen, die länger als 12 Wochen nach einer SARS-CoV-2-Infektion andauern — dem sogenannten Post-Covid-Syndrom oder «Long Covid».
Häufigkeit und Verlauf
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Geschätzte Betroffene (2025) | 230'000 |
| Anteil der Infizierten mit Langzeitsymptomen | 6–12% (je nach Variante) |
| Symptome >6 Monate | ~150'000 |
| Symptome >12 Monate | ~90'000 |
| Arbeitsunfähig (teilweise/voll) | ~35'000 |
Die gute Nachricht: Die Mehrheit der Betroffenen erholt sich innerhalb von 6 bis 12 Monaten. Die schlechte: Rund 90'000 Personen haben Symptome, die über ein Jahr andauern, und etwa 35'000 sind in ihrer Arbeitsfähigkeit signifikant eingeschränkt.
Die häufigsten Symptome
| Symptom | Häufigkeit bei Betroffenen |
|---|---|
| Chronische Müdigkeit (Fatigue) | 72% |
| Kognitive Einschränkungen («Brain Fog») | 54% |
| Belastungsintoleranz | 48% |
| Kurzatmigkeit | 38% |
| Schlafstörungen | 42% |
| Muskel-/Gelenkschmerzen | 31% |
| Herzklopfen | 24% |
| Depression/Angst | 36% |
Fatigue — eine lähmende Erschöpfung, die durch Ruhe nicht besser wird — ist das Leitsymptom. Für viele Betroffene ist es das am stärksten einschränkende Symptom, weil es Alltag und Beruf vermöglicht.
Wer ist betroffen?
Frauen sind 1,5- bis 2-mal häufiger betroffen als Männer — ein Muster, das auch bei anderen postinfektiösen Syndromen beobachtet wird. Die am stärksten betroffene Altersgruppe sind 30- bis 50-Jährige, also Menschen mitten im Berufsleben. Bei Kindern und Jugendlichen ist Long Covid seltener (2-4%), aber nicht inexistent.
Wirtschaftliche Kosten
Die volkswirtschaftlichen Kosten von Long Covid in der Schweiz werden auf CHF 2 bis 3 Milliarden pro Jahr geschätzt. Der grösste Posten sind Produktivitätsverluste durch Arbeitsausfälle und reduzierte Leistungsfähigkeit. Die IV verzeichnete 2024 einen Anstieg der Neurenten um 8%, teilweise auf Long Covid zurückgeführt.
Versorgung und Forschung
Die Schweiz hat mehrere spezialisierte Long-Covid-Sprechstunden eingerichtet — an den Universitätsspitalärn Zürich, Bern, Genf, Basel und Lausanne. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem. Die grösste Schweizer Kohortenstudie (Corona Immunitas) begleitet über 30'000 Personen langfristig.
Therapeutisch gibt es noch keine zugelassene Standardbehandlung. Die Behandlung ist symptomorientiert: Pacing bei Fatigue, kognitive Rehabilitation, Physiotherapie, psychologische Unterstützung.
Datenquellen
BAG, Covid-19-Monitoring. Corona Immunitas (Kohortenstudie). Swiss National Covid-19 Science Task Force (aufgelöst 2023, Daten archiviert). OBSAN.
Häufig gestellte Fragen zu Long Covid Schweiz
Wie viele Personen haben in der Schweiz Long Covid?
Schätzungsweise 230'000 Personen in der Schweiz litten 2025 noch unter Long-Covid-Symptomen (BAG/OBSAN-Daten). Rund 90'000 davon seit über einem Jahr, etwa 35'000 sind in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.
Was sind die häufigsten Long-Covid-Symptome?
Chronische Müdigkeit/Fatigue (72%), kognitive Einschränkungen/Brain Fog (54%), Belastungsintoleranz (48%), Schlafstörungen (42%) und Kurzatmigkeit (38%).
Gibt es eine Behandlung für Long Covid?
Noch keine zugelassene Standardbehandlung. Die Therapie ist symptomorientiert: Pacing bei Fatigue, kognitive Rehabilitation, Physiotherapie und psychologische Unterstützung.
Was kosten Long-Covid-Fälle die Schweizer Wirtschaft?
Die volkswirtschaftlichen Kosten werden auf CHF 2 bis 3 Milliarden pro Jahr geschätzt. Hauptursache: Produktivitätsverluste durch Arbeitsausfälle. Die IV verzeichnete 2024 einen Anstieg der Neurenten um 8%.
Wer ist am häufigsten von Long Covid betroffen?
Frauen sind 1,5- bis 2-mal häufiger betroffen als Männer. Am stärksten betroffen: 30- bis 50-Jährige im Berufsleben. Kinder und Jugendliche seltener (2–4%).
Wo wird Long Covid in der Schweiz behandelt?
Spezialisierte Sprechstunden an Universitätsspitalärn Zürich, Bern, Genf, Basel und Lausanne. Die Kohortenstudie Corona Immunitas begleitet über 30'000 Betroffene langfristig.