Baukosten Schweiz: Warum Bauen immer teurer wird

Wer in der Schweiz bauen will, braucht neben einem Grundstück vor allem eines: viel Geld. Die Baukosten sind in den letzten Jahren massiv gestiegen — und ein Ende ist nicht absehbar. Der Schweizerische Baupreisindex lag im April 2025 um 18,3% höher als im April 2020.

Baupreisindex im Zeitverlauf

Baukosten Schweiz: Warum Bauen immer teurer wird
PeriodeIndex (Okt 2020 = 100)Veränderung ggü. Vorjahr
April 202098,2+0,4%
April 2021102,8+4,7%
April 2022108,4+5,4%
April 2023112,1+3,4%
April 2024114,8+2,4%
April 2025116,2+1,2%

Die stärksten Anstiege fielen in die Jahre 2021 und 2022 — getrieben durch globale Lieferkettenprobleme, steigende Rohstoffpreise und den Bauboom nach der Pandemie. 2025 hat sich die Dynamik abgeschwächt, aber die Preise sind auf hohem Niveau geblieben.

Was treibt die Kosten?

Materialkosten: Stahl, Holz, Beton und Dämmstoffe wurden zwischen 2020 und 2023 um 15 bis 40% teurer. Stahl allein stieg zwischenzeitlich um über 50%, hat sich aber wieder normalisiert. Holzpreise bleiben hoch, weil die Nachfrage nach nachhaltigem Bauen steigt.

Lohnkosten: Die Löhne im Baugewerbe stiegen 2024 um 2,8% — über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Der Fachkräftemangel im Bau treibt die Löhne weiter nach oben. Qualifizierte Poliere, Elektriker und Sanitärinstallateure sind Mangelware.

Regulierung: Energetische Vorschriften (MuKEn 2014), Erdbebensicherheit, Brandschutz und Lärmschutz machen Bauen technisch anspruchsvoller — und teurer. Eine energetisch optimierte Gebäudehülle kostet 10 bis 15% mehr als der Mindeststandard.

Was kostet ein Neubau?

GebäudetypKosten pro m² (CHF)Beispiel 120 m²
Einfamilienhaus (Standard)4'200–5'500504'000–660'000
Einfamilienhaus (gehoben)6'000–8'500720'000–1'020'000
Mehrfamilienhaus (pro Wohnung)3'800–5'000456'000–600'000
Minergie-P Standard5'200–6'800624'000–816'000

Ein Standard-Einfamilienhaus mit 120 m² kostet ohne Land CHF 500'000 bis 660'000. Dazu kommt das Grundstück, das je nach Lage nochmals CHF 300'000 bis über 1 Million kosten kann. Kein Wunder, dass die Eigentumsquote so tief ist.

Regionale Unterschiede

Baukosten Schweiz: Warum Bauen immer teurer wird - illustration

Die Baukosten variieren regional um bis zu 25%. Am teuersten ist der Grossraum Zürich, gefolgt von Genf/Lausanne und Basel. Am günstigsten baut man im Wallis, im Jura und in Teilen Graubündens — dort sind aber auch die Grundstückspreise tiefer.

Ausblick

Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) rechnet für 2026 mit einem weiteren Anstieg der Baukosten um 1,5 bis 2,5%. Die Haupttreiber bleiben Löhne und Regulierung. Materialpreise dürften sich stabilisieren — sofern keine neuen geopolitischen Schocks die Lieferketten stören.

Datenquellen

BFS, Schweizerischer Baupreisindex. SBV, Baukostenanalyse. CRB (Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung).

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Haeufig gestellte Fragen

Wie viel kostet ein Hausbau in der Schweiz?
Ein Standard-Einfamilienhaus (120 m²) kostet ohne Land CHF 500'000 bis 660'000. Gehobene Ausführung: CHF 720'000 bis über 1 Million. Dazu kommt das Grundstück.
Wie stark sind die Baukosten gestiegen?
Seit April 2020 um rund 18,3%. Die stärksten Anstiege lagen 2021 (+4,7%) und 2022 (+5,4%), getrieben durch Materialknappheit und steigende Rohstoffpreise.
Wo in der Schweiz ist Bauen am günstigsten?
Im Wallis, Jura und Teilen Graubündens — dort liegen die Baukosten pro m² rund 20-25% unter dem Zürcher Niveau.

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