Leerwohnungsziffer Schweiz: 1,03% und die Wohnungsknappheit verschärft sich

Die Leerwohnungsziffer ist einer der wichtigsten Indikatoren für den Wohnungsmarkt — und sie zeigt ein dramatisches Bild. Am 1. Juni 2025 standen schweizweit nur 48'400 Wohnungen leer, was einer Quote von 1,03% entspricht. In vielen Städten ist die Situation noch prekärer.

Leerwohnungsziffer im Zeitverlauf

Leerwohnungsziffer Schweiz: 1,03% und die Wohnungsknappheit verschärft sich
JahrLeerwohnungszifferLeere Wohnungen
20151,19%48'900
20171,47%62'800
20191,66%72'800
20201,72%75'400
20211,54%68'200
20221,31%58'900
20231,15%52'400
20241,08%49'600
20251,03%48'400

Der Wendepunkt lag bei 2020. Damals schien der Markt sich leicht zu entspannen — die Leerwohnungsziffer lag bei 1,72%. Seitdem geht es steil bergab. Grund: Die Bevölkerung wächst schneller als gebaut wird, und der Trend zu kleineren Haushalten (mehr Singles, mehr Scheidungen) erhöht die Nachfrage zusätzlich.

Kantonale Unterschiede

KantonLeerwohnungsziffer 2025
Zürich0,42%
Genf0,38%
Basel-Stadt0,56%
Zug0,48%
Luzern0,78%
Schweiz gesamt1,03%
Bern1,28%
Solothurn1,86%
Jura3,21%
Tessin2,48%

Die Grossstadt-Kantone (Zürich, Genf, Zug, Basel-Stadt) liegen alle unter 0,6% — ein Niveau, das Experten als «Wohnungsnotstand» bezeichnen. Ab einer Leerwohnungsziffer von unter 1% funktioniert der Markt nicht mehr gesund: Mieter haben keine Verhandlungsmacht, Umzüge werden unattraktiv, und die Mietpreise steigen.

Stadt Zürich: 0,06%

Der extremste Fall ist die Stadt Zürich mit einer Leerwohnungsziffer von 0,06%. Das bedeutet: Von rund 224'000 Wohnungen in der Stadt standen am Stichtag gerade einmal 134 Wohnungen leer. Zur Einordnung: Auf eine freie Wohnung kommen in Zürich statistisch über 100 Suchende.

Warum wird zu wenig gebaut?

Leerwohnungsziffer Schweiz: 1,03% und die Wohnungsknappheit verschärft sich - illustration

Mehrere Faktoren bremsen die Bautätigkeit: Einsprachen verlängern Bewilligungsverfahren auf 3 bis 5 Jahre. Die Baukosten sind stark gestiegen. Bauzonen in den Zentren sind weitgehend überbaut. Und die Verdichtung — politisch gewollt — stösst bei Anwohnern oft auf Widerstand.

2025 wurden in der Schweiz rund 48'000 neue Wohnungen bewilligt — deutlich weniger als die 52'000 bis 55'000, die gemäss BFS-Schätzungen benötigt würden.

Datenquellen

BFS, Leerwohnungszählung (Stichtag 1. Juni). BWO, Wohnungsmarktanalyse.

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Haeufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Leerwohnungsziffer in der Schweiz?
Am 1. Juni 2025 lag sie bei 1,03% — das entspricht rund 48'400 leeren Wohnungen. In der Stadt Zürich waren es nur 0,06%.
Ab welcher Leerwohnungsziffer spricht man von Wohnungsknappheit?
Experten sprechen ab unter 1% von einem angespannten Markt. Unter 0,5% gilt als Wohnungsnotstand. Die Grossstädte Zürich und Genf liegen deutlich darunter.
Warum sinkt die Leerwohnungsziffer seit 2020?
Die Bevölkerung wächst durch Zuwanderung schneller als neue Wohnungen gebaut werden. Gleichzeitig steigt die Zahl der Haushalte (mehr Singles, mehr Scheidungen), was die Nachfrage zusätzlich erhöht.

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