Ende 2025 lebten laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) 9'126'400 Personen in der Schweiz — ein Wachstum von rund 1,2% gegenüber dem Vorjahr. Damit hat die Schweiz innert zehn Jahren fast eine Million Einwohner dazugewonnen. Das klingt abstrakt, aber man muss sich das mal vor Augen führen: Das entspricht ungefähr der Einwohnerzahl der Stadt Zürich — dreimal.
Bevölkerungsentwicklung im Überblick
Das Wachstum der letzten Jahre war konstant hoch. Zwischen 2015 und 2025 lag die durchschnittliche Wachstumsrate bei 0,9% bis 1,3% pro Jahr. Im europäischen Vergleich ist das bemerkenswert — nur Luxemburg und Malta wachsen schneller.
| Jahr | Ständige Wohnbevölkerung | Wachstum ggü. Vorjahr |
|---|---|---|
| 2020 | 8'670'300 | +0,7% |
| 2021 | 8'738'800 | +0,8% |
| 2022 | 8'815'400 | +0,9% |
| 2023 | 8'962'300 | +1,7% |
| 2024 | 9'018'700 | +0,6% |
| 2025 | 9'126'400 | +1,2% |
Der Sprung 2023 war aussergewöhnlich und hängt mit der verstärkten Zuwanderung aus der Ukraine zusammen — dazu aber weiter unten mehr.
Welche Kantone wachsen am stärksten?
Nicht alle Kantone entwickeln sich gleich. Die urbanen Zentren und ihre Agglomerationen verzeichnen das stärkste Wachstum, während ländliche Kantone teilweise stagnieren oder sogar leicht schrumpfen.
| Kanton | Bevölkerung 2025 | Wachstum 2020–2025 |
|---|---|---|
| Zürich | 1'612'000 | +6,8% |
| Bern | 1'051'400 | +2,9% |
| Waadt | 838'200 | +5,4% |
| Aargau | 716'800 | +5,1% |
| St. Gallen | 524'600 | +3,2% |
| Genf | 514'300 | +3,8% |
| Luzern | 425'700 | +4,6% |
| Zug | 134'800 | +7,2% |
Zug ist der Spitzenreiter beim prozentualen Wachstum — wenig überraschend, wenn man die Attraktivität des Kantons als Wirtschaftsstandort mit tiefen Steuern bedenkt. Auch Freiburg und Schwyz wachsen überdurchschnittlich, getrieben von Zuzügern aus den teuren Zentren.
Treiber des Wachstums: Migration dominiert
Das Bevölkerungswachstum der Schweiz speist sich aus zwei Quellen: dem Geburtenüberschuss (Geburten minus Todesfälle) und dem Wanderungssaldo (Zuzüge minus Wegzüge). Und hier wird es interessant: Der Geburtenüberschuss macht nur noch einen kleinen Teil aus.
2025 lag der Geburtenüberschuss bei geschätzten 12'800 Personen — der tiefste Wert seit Jahrzehnten. Der Wanderungssaldo betrug dagegen rund 95'000 Personen. Das heisst: Über 88% des Bevölkerungswachstums stammt aus der Zuwanderung.
Die wichtigsten Herkunftsländer der Zuwanderung sind Deutschland, Italien, Frankreich und Portugal, gefolgt von Eritrea und der Ukraine. Die Zusammensetzung hat sich in den letzten Jahren aber deutlich verschoben.
Bevölkerungsdichte: Eng wird's im Mittelland
Die Schweiz hat eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von rund 221 Einwohnern pro Quadratkilometer. Aber dieser Durchschnitt täuscht gewaltig. Rechnet man die unbewohnbaren Berggebiete heraus, leben im Mittelland teilweise über 600 Personen pro km² — vergleichbar mit den Niederlanden.
Basel-Stadt ist mit über 5'300 Einwohnern pro km² der am dichtesten besiedelte Kanton, gefolgt von Genf (2'100/km²) und Zürich (940/km²). Am dünnsten besiedelt sind Graubünden (28/km²) und Uri (35/km²).
Was bedeutet das für die Schweiz?
Eine Bevölkerung von über 9 Millionen stellt die Schweiz vor echte Herausforderungen. Die Infrastruktur — Strassen, Schienen, Spitäler, Schulen — wurde für deutlich weniger Menschen konzipiert. Die Mietpreise in den Zentren steigen seit Jahren, die Leerwohnungsziffer ist historisch tief. Und die Pendlerströme belasten das Verkehrsnetz an seine Grenzen.
Gleichzeitig ist das Wachstum ein Zeichen der wirtschaftlichen Stärke. Die Schweiz zieht Fachkräfte an, weil sie gute Löhne, Stabilität und Lebensqualität bietet. Die Frage ist, ob das nachhaltig bleibt — oder ob die Infrastruktur irgendwann den Preis dafür zahlt.
Datenquellen und Methodik
Alle Bevölkerungsdaten stammen vom Bundesamt für Statistik (BFS), Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP). Die ständige Wohnbevölkerung umfasst alle Personen mit Hauptwohnsitz in der Schweiz, einschliesslich Kurzaufenthalter mit Aufenthalt ab 12 Monaten. Die Zahlen für 2025 sind provisorisch (Stand: Dezember 2025).