Ausländeranteil nach Gemeinden: Wo in der Schweiz die meisten Ausländer leben

Wenn man über den Ausländeranteil in der Schweiz spricht, fallen meist nationale Durchschnittswerte. 26,4% — klingt überschaubar. Aber wer hinschaut, sieht eine enorme Bandbreite: Zwischen Gemeinden mit über 60% Ausländeranteil und solchen mit unter 5% liegen Welten.

Top-10 Gemeinden nach Ausländeranteil

Ausländeranteil nach Gemeinden: Wo in der Schweiz die meisten Ausländer leben
GemeindeKantonAusländeranteil
Pregny-ChambésyGenf64,2%
ColognyGenf57,8%
GenthodGenf53,1%
SpreitenbachAargau52,4%
KreuzlingenThurgau50,8%
SchlierenZürich49,6%
DietikonZürich47,3%
RenensWaadt57,2%
OpfikonZürich48,9%
RorschachSt. Gallen46,1%

Auffällig: Die Genfer Seegemeinden liegen ganz oben, aber aus einem anderen Grund als etwa Spreitenbach oder Schlieren. In Pregny-Chambésy und Cologny leben vor allem wohlhabende Expats — Diplomaten, internationale Führungskräfte, UNO-Mitarbeitende. In Spreitenbach und Schlieren handelt es sich eher um Arbeitsmigranten und deren Familien.

Ausländeranteil nach Kantonen

KantonAusländeranteil 2025
Genf40,3%
Basel-Stadt37,2%
Waadt34,8%
Zürich28,1%
Tessin27,9%
Zug27,4%
Aargau26,8%
Schweiz gesamt26,4%
Bern16,9%
Uri12,8%
Appenzell I.Rh.11,6%

Genf ist der internationalste Kanton — kaum verwunderlich bei den vielen internationalen Organisationen (UNO, WTO, WHO, CERN, IKRK). Basel-Stadt profitiert von der Pharma- und Chemieindustrie, die Fachkräfte aus der ganzen Welt anzieht.

Stadt-Land-Gefälle

Der Ausländeranteil folgt einem klaren Stadt-Land-Gefälle. In städtischen Gemeinden liegt er im Schnitt bei 32%, in ländlichen bei unter 15%. Die Gründe liegen auf der Hand: Arbeitsplätze, Verkehrsanbindung, bestehende Communities und verfügbarer Wohnraum konzentrieren sich in den Zentren.

Allerdings verändert sich das Muster. Durch die hohen Mietpreise in den Kernstädten ziehen immer mehr Migranten in die Agglomerationen — Gemeinden wie Spreitenbach, Dietikon oder Emmen haben ihren Ausländeranteil in zehn Jahren um 5 bis 8 Prozentpunkte gesteigert.

Einflussfaktor Einbürgerungen

Ausländeranteil nach Gemeinden: Wo in der Schweiz die meisten Ausländer leben - illustration

Was die Statistik nicht zeigt: Viele Personen mit Migrationshintergrund haben den Schweizer Pass und tauchen daher nicht im Ausländeranteil auf. 2025 wurden rund 42'000 Einbürgerungen vorgenommen. Rechnet man Eingebürgerte und Secondos mit, hat rund 39% der Bevölkerung einen Migrationshintergrund — also fast zwei von fünf Personen.

Datenquellen

BFS, STATPOP. Ausländeranteil = Anteil der Bevölkerung ohne Schweizer Staatsangehörigkeit. Ständige Wohnbevölkerung, inkl. Kurzaufenthalter ab 12 Monaten. Stand: Ende 2024 (provisorisch für 2025).

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Haeufig gestellte Fragen

Welche Schweizer Gemeinde hat den höchsten Ausländeranteil?
Pregny-Chambésy im Kanton Genf hat mit 64,2% den höchsten Ausländeranteil — dort leben viele Diplomaten und Mitarbeitende internationaler Organisationen.
Wie viel Prozent der Schweizer Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund?
Rund 39% der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund — dazu zählen sowohl Ausländer (26,4%) als auch eingebürgerte Personen und deren Nachkommen.
Warum hat Genf so einen hohen Ausländeranteil?
Genf beherbergt über 30 internationale Organisationen (UNO, WHO, WTO, CERN, IKRK) und zahlreiche multinationale Unternehmen, die Fachkräfte aus der ganzen Welt beschäftigen.

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