Lehrstellenmarkt Schweiz: Mehr Lehrstellen als Bewerber

Der Schweizer Lehrstellenmarkt hat sich fundamental verändert. Noch vor zehn Jahren war es für viele Jugendliche schwierig, eine Lehrstelle zu finden. Heute ist es umgekehrt: Betriebe suchen händeringend nach Lernenden, und viele Lehrstellen bleiben unbesetzt.

Angebot und Nachfrage

Lehrstellenmarkt Schweiz: Mehr Lehrstellen als Bewerber
JahrAngebotene LehrstellenSuchende JugendlicheUnbesetzte Stellen
201884'00083'0005'800
202086'00080'0008'200
202290'00081'00011'400
202494'00082'00014'200
202596'00082'00016'000

2025 blieben rund 16'000 Lehrstellen unbesetzt — ein Rekord. Die Ursache ist demografisch: Die geburtenschwachen Jahrgänge kommen auf den Markt, gleichzeitig besuchen mehr Jugendliche weiterführende Schulen (Gymnasium, Fachmittelschule) statt eine Lehre zu machen.

Branchen mit grösstem Mangel

BrancheUnbesetzte Lehrstellen (%)
Gastgewerbe28%
Bau24%
Lebensmittelhandwerk22%
Detailhandel18%
Pflege & Betreuung16%
Elektro/Sanitär14%
Informatik4%

Das Gastgewerbe hat das grösste Problem: Über ein Viertel der Lehrstellen für Koch, Restaurationsfachfrau etc. bleiben unbesetzt. Unregelmässige Arbeitszeiten und tiefe Löhne schrecken ab. In der Informatik dagegen gibt es fast keinen Mangel — dort bewerben sich deutlich mehr Jugendliche, als es Plätze gibt.

Beliebteste Lehrberufe

BerufNeue Lehrverträge 2025
Kauffrau/-mann EFZ12'800
Fachfrau/-mann Gesundheit4'600
Informatiker/in EFZ3'800
Detailhandelsfachfrau/-mann3'200
Elektroinstallateur/in2'800
Zimmermann/Zimmerin1'400

Die KV-Lehre bleibt mit Abstand die beliebteste — obwohl der Beruf durch die Digitalisierung stark im Wandel ist. Die 2023 eingeführte Reform (neue Handlungskompetenzen, mehr Praxisorientierung) soll die Ausbildung fit für die Zukunft machen.

Lehrabbruchquote

Lehrstellenmarkt Schweiz: Mehr Lehrstellen als Bewerber - illustration

Rund 22% der Lehrverträge werden vorzeitig aufgelöst. Das klingt hoch, aber: Über 80% der Betroffenen beginnen danach eine neue Ausbildung — oft in einem anderen Beruf. Die echte Dropout-Quote (kein Abschluss auf Sekundarstufe II) liegt bei rund 5%.

Datenquellen

SBFI, Lehrstellenbarometer. BFS, Statistik der beruflichen Grundbildung. SECO, Jugendarbeitslosigkeit.

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Haeufig gestellte Fragen

Gibt es genug Lehrstellen in der Schweiz?
Ja — sogar mehr als Bewerber. 2025 standen 96'000 Lehrstellen zur Verfügung, aber nur 82'000 Jugendliche suchten eine. 16'000 Stellen blieben unbesetzt.
Welcher Lehrberuf ist am beliebtesten?
Kauffrau/Kaufmann EFZ mit 12'800 neuen Lehrverträgen 2025, gefolgt von Fachfrau/Fachmann Gesundheit (4'600) und Informatiker/in (3'800).
Wie hoch ist die Lehrabbruchquote?
22% der Lehrverträge werden vorzeitig aufgelöst. Aber über 80% der Betroffenen beginnen eine neue Ausbildung — die echte Dropout-Quote liegt bei nur 5%.

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