PISA-Ergebnisse Schweiz: Stark in Mathe, schwächer beim Lesen

Die PISA-Studie der OECD testet alle drei Jahre die Kompetenzen von 15-Jährigen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften. Für die Schweiz ergibt sich ein gemischtes Bild: In Mathematik gehört sie zur Weltspitze, beim Lesen gibt es Nachholbedarf.

PISA 2022 — Ergebnisse Schweiz

PISA-Ergebnisse Schweiz: Stark in Mathe, schwächer beim Lesen
KompetenzPunktzahl SchweizOECD-DurchschnittRang (OECD)
Mathematik5084726
Naturwissenschaften50348512
Lesen48347618

In Mathematik liegt die Schweiz mit 508 Punkten deutlich über dem OECD-Schnitt und auf Platz 6 — hinter Japan, Korea, Estland, den Niederlanden und der Tschechischen Republik. Beim Lesen dagegen reicht es nur für Platz 18 — knapp über dem Durchschnitt.

Entwicklung über die Zeit

PISA-RundeMathematikLesenNaturwiss.
2006530499512
2009534501517
2012531509515
2015521492506
2018515484495
2022508483503

Der Trend ist in allen drei Bereichen leicht rückläufig — allerdings gilt das für fast alle OECD-Länder. Der globale Rückgang wird auf die Pandemie (Schulschliessungen), Smartphone-Nutzung und veränderte Lerngewohnheiten zurückgeführt.

Sprachregionale Unterschiede

Innerhalb der Schweiz zeigen sich markante Unterschiede zwischen den Sprachregionen. Die Deutschschweiz schneidet in Mathematik am besten ab, die Romandie beim Lesen (auf Französisch), das Tessin liegt in allen drei Bereichen leicht unter dem Schweizer Durchschnitt.

In der Deutschschweiz liegt die durchschnittliche Mathematik-Punktzahl bei 518, in der Romandie bei 498 und im Tessin bei 492. Die Unterschiede sind signifikant und werden auf unterschiedliche Lehrpläne und Unterrichtskulturen zurückgeführt.

Bildungsgerechtigkeit

PISA-Ergebnisse Schweiz: Stark in Mathe, schwächer beim Lesen - illustration

Ein wichtiger PISA-Indikator ist der Einfluss des sozioökonomischen Hintergrunds auf die Ergebnisse. In der Schweiz erklärt der sozioökonomische Status rund 15% der Leistungsunterschiede — leicht über dem OECD-Durchschnitt (14%). Das heisst: Kinder aus benachteiligten Familien schneiden auch in der Schweiz deutlich schlechter ab. Der Migrationshintergrund spielt ebenfalls eine Rolle — Erstgenerationsmigranten liegen im Schnitt 40 Punkte unter Nichtmigranten.

Datenquellen

OECD, PISA 2022 Results. BFS, nationale PISA-Ergebnisse. EDK (Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren).

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Haeufig gestellte Fragen

Wie schneidet die Schweiz bei PISA ab?
In Mathematik sehr gut (Platz 6, 508 Punkte). In Naturwissenschaften solide (Platz 12). Beim Lesen nur Mittelfeld (Platz 18, 483 Punkte).
Werden die PISA-Ergebnisse schlechter?
Ja, aber leicht — und der Trend betrifft fast alle OECD-Länder. In Mathematik sank die Punktzahl von 530 (2006) auf 508 (2022), beim Lesen von 499 auf 483.
Spielt der Migrationshintergrund bei PISA eine Rolle?
Ja. Erstgenerationsmigranten liegen in der Schweiz im Schnitt 40 Punkte unter Nichtmigranten. Der sozioökonomische Hintergrund erklärt 15% der Leistungsunterschiede.

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