Bildungsniveau der Schweizer Bevölkerung: 44% haben einen Tertiärabschluss

Die Schweiz ist eines der am besten ausgebildeten Länder der Welt — und das nicht nur wegen ihrer Universitäten. Das duale Berufsbildungssystem, um das uns viele Länder beneiden, sorgt dafür, dass auch Nicht-Akademiker hochqualifiziert ins Berufsleben starten. Insgesamt haben 44% der 25- bis 64-Jährigen einen Tertiärabschluss. Wie sich das auf Generationen, Geschlechter und Kantone verteilt, zeigen die Daten.

Bildungsniveau der Bevölkerung (25–64 Jahre)

Bildungsniveau Schweiz
Höchster AbschlussAnteil 2025Veränderung seit 2010
Tertiärstufe (Uni, FH, Höhere Berufsbildung)44%+11 Prozentpunkte
Sekundarstufe II (Lehre, Maturität)43%-6 Prozentpunkte
Obligatorische Schule oder weniger13%-5 Prozentpunkte

Der Trend ist eindeutig: Immer mehr Menschen erreichen einen Tertiärabschluss. Vor 15 Jahren waren es noch 33%, heute 44%. Gleichzeitig sinkt der Anteil derjenigen, die nur über die obligatorische Schulbildung verfügen — von 18% auf 13%.

Generationenvergleich

AltersgruppeTertiärabschlussNur obligatorische Schule
25–34 Jahre52%8%
35–44 Jahre48%10%
45–54 Jahre42%12%
55–64 Jahre35%19%

Der Generationeneffekt ist deutlich: 52% der 25- bis 34-Jährigen haben einen Tertiärabschluss, aber nur 35% der 55- bis 64-Jährigen. Das liegt auch daran, dass viele ältere Arbeitnehmende ihre Berufsausbildung ohne formellen Abschluss auf Tertiärstufe absolvierten — ihr Können wird in der Statistik unterschätzt.

Frauen holen auf — und überholen

Bildungsniveau Frauen Schweiz

Lange waren Frauen im Schweizer Bildungssystem unterrepräsentiert — vor allem an Universitäten. Das hat sich grundlegend verändert:

AltersgruppeFrauen mit TertiärabschlussMänner mit Tertiärabschluss
25–34 Jahre54%50%
55–64 Jahre27%44%

Bei den jungen Erwachsenen haben Frauen die Männer überholt: 54% vs. 50% mit Tertiärabschluss. Bei der älteren Generation war es noch umgekehrt: 27% vs. 44%. Besonders in der Medizin und den Geisteswissenschaften stellen Frauen heute die Mehrheit der Studierenden.

Kantonale Unterschiede

Die Kantone mit dem höchsten Anteil an Tertiärabschlüssen sind Zürich (52%), Zug (50%) und Basel-Stadt (50%). Am tiefsten liegt der Anteil in Jura (31%), Glarus (33%) und Uri (33%). Das widerspiegelt die wirtschaftliche Struktur: In urbanen Dienstleistungszentren braucht es mehr akademische Qualifikationen als in ländlich-industriellen Regionen.

Duales System: Unterschätzter Trumpf

In internationalen Rankings schneidet die Schweiz beim Bildungsniveau manchmal mittelmässig ab. Das liegt daran, dass die Höhere Berufsbildung — eidgenössische Fachausweise, Diplomprüfungen — in vielen Ländern nicht als Tertiärabschluss anerkannt wird. Tatsächlich sind diese Abschlüsse aber hochqualifizierend und führen zu überdurchschnittlichen Löhnen.

Rund 65% der Jugendlichen beginnen nach der obligatorischen Schule eine Berufslehre — einer der höchsten Werte weltweit. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit 2,8% weit unter dem EU-Durchschnitt (14,5%).

Datenquellen

BFS, Strukturerhebung und Volkszählung. OECD, Education at a Glance. SBFI, Berufsbildung in der Schweiz.

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Haeufig gestellte Fragen

Wie hoch ist der Anteil der Bevölkerung mit Tertiärabschluss?
44% der 25- bis 64-Jährigen haben einen Tertiärabschluss (Universität, FH oder Höhere Berufsbildung). Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es sogar 52%.
Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen?
Bei den jüngeren Generationen haben Frauen die Männer überholt: 54% der 25- bis 34-jährigen Frauen haben einen Tertiärabschluss, vs. 50% der Männer.
Wie steht die Schweiz im internationalen Vergleich?
Platz 7 in der OECD. Kanada (62%), Japan (55%) und Südkorea (52%) liegen vorne, die Schweiz wird aber durch das duale Bildungssystem unterschätzt.

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