Der Schweizer Detailhandel ist ein 105-Milliarden-Markt — und er verändert sich rasant. Während die Gesamtumsätze nominell leicht wachsen, verschiebt sich die Verteilung zwischen stationärem Handel und E-Commerce immer stärker zugunsten des Onlinekanals.
Umsatzentwicklung
| Jahr | Umsatz nominal (Mrd. CHF) | Reales Wachstum |
|---|---|---|
| 2019 | 98,2 | +0,2% |
| 2020 | 101,4 | +2,6% |
| 2021 | 103,8 | +1,1% |
| 2022 | 101,2 | -3,8% |
| 2023 | 102,5 | +0,4% |
| 2024 | 104,1 | +0,8% |
| 2025 | 105,3 | +0,6% |
Der Boom 2020 durch die Pandemie (Restaurants geschlossen, mehr zu Hause kochen) wurde 2022 durch den Nachholeffekt bei Gastronomie und Reisen wieder korrigiert. Seither wächst der Detailhandel real nur noch langsam — die Bevölkerung wächst, aber die Pro-Kopf-Ausgaben stagnieren.
Online-Handel: CHF 16 Milliarden und wachsend
2025 lagen die Online-Umsätze im Schweizer Detailhandel bei rund CHF 16,2 Milliarden — ein Anteil von 15,4%. Vor fünf Jahren lag der Anteil noch bei 10,8%.
| Jahr | Online-Umsatz (Mrd. CHF) | Anteil am Detailhandel |
|---|---|---|
| 2019 | 10,3 | 10,5% |
| 2020 | 13,1 | 12,9% |
| 2021 | 14,4 | 13,9% |
| 2022 | 14,1 | 13,9% |
| 2023 | 14,8 | 14,4% |
| 2024 | 15,6 | 15,0% |
| 2025 | 16,2 | 15,4% |
Die grössten Online-Händler der Schweiz: Digitec Galaxus (Migros-Gruppe), zalando.ch, Amazon (wachsend), Brack.ch (Competec-Gruppe) und die Onlineshops von Migros und Coop. Der Einkaufstourismus — online und physisch — ins Ausland beträgt zusätzlich geschätzte CHF 8 bis 10 Milliarden pro Jahr.
Branchenvergleich
| Branche | Umsatz 2025 (Mrd. CHF) | Trend |
|---|---|---|
| Lebensmittel | 42,8 | Stabil (+0,4%) |
| Bekleidung & Schuhe | 8,4 | Rückläufig (-1,2%) |
| Elektronik & IT | 7,6 | Leicht wachsend (+1,8%) |
| Möbel & Einrichtung | 6,2 | Stabil (+0,2%) |
| Drogerie & Gesundheit | 8,1 | Wachsend (+3,1%) |
| Do-it-yourself & Garten | 5,8 | Rückläufig (-0,8%) |
Lebensmittel machen den grössten Posten aus — dominiert von Migros und Coop, die zusammen über 70% des Lebensmittelmarktes kontrollieren. Bekleidung ist der Verlierer — der Druck durch Online-Anbieter (Zalando, Shein, Temu) und den Einkaufstourismus im nahen Ausland ist enorm.
Einkaufstourismus
Das Preisgefälle zum Ausland bleibt ein Dauerthema. Lebensmittel kosten in der Schweiz im Schnitt 50 bis 70% mehr als in Deutschland. Bekleidung rund 30% mehr. Entsprechend fahren jährlich Millionen Schweizer zum Einkaufen nach Konstanz, Lörrach oder ins Elsass — oder bestellen online bei ausländischen Anbietern.
Datenquellen
BFS, Detailhandelsumsätze. GfK Switzerland. Handelsverband.swiss. Carpathia, Swiss E-Commerce Stimmungsbarometer.