Ernährung und Landwirtschaft Schweiz: Selbstversorgungsgrad bei 52%

Die Schweiz ist kein Agrarland — zumindest nicht mehr. Nur noch 2,6% der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft, und der Selbstversorgungsgrad liegt bei lediglich 52%. Trotzdem ist die Landwirtschaft politisch hoch aufgeladen: Direktzahlungen, Agrarinitiativen, Tierwohl-Debatten. Was sagen die Zahlen?

Landwirtschaft in Zahlen

Landwirtschaft Schweiz Statistik
KennzahlWert 2025
Betriebe48'500
Beschäftigte142'000
Landwirtschaftliche Nutzfläche1'042'000 ha
Durchschnittliche Betriebsgrösse21,5 ha
Anteil Bio-Betriebe17%
Direktzahlungen (Bund)CHF 2,8 Mrd./Jahr
ProduktionswertCHF 11,2 Mrd.

Die Zahl der Betriebe sinkt seit Jahrzehnten — vor 20 Jahren waren es noch 64'000. Gleichzeitig werden die verbleibenden Betriebe grösser. Der Strukturwandel ist in der Landwirtschaft brutal: Jährlich geben rund 800 Betriebe auf.

Selbstversorgungsgrad: Abhängig vom Ausland

ProduktgruppeSelbstversorgungsgrad
Milch und Milchprodukte98%
Fleisch82%
Eier58%
Getreide48%
Gemüse52%
Obst35%
Pflanzenöle12%

Bei Milch ist die Schweiz fast autark — kein Wunder bei 1,5 Millionen Milchkühen. Bei Pflanzenölen muss fast alles importiert werden. Insgesamt importiert die Schweiz Nahrungsmittel im Wert von CHF 14 Milliarden pro Jahr — mehr als sie exportiert (CHF 10 Milliarden, vor allem Käse, Schokolade und Kaffee).

Bio-Boom: 17% der Fläche

Bio-Landwirtschaft Schweiz

Der Bio-Anteil wächst stetig: 17% der Nutzfläche wird biologisch bewirtschaftet, 14% aller Betriebe sind Bio-zertifiziert. Im Detailhandel beträgt der Bio-Marktanteil bei Nahrungsmitteln 11,3% — einer der höchsten Werte weltweit. Die Konsumenten geben jährlich CHF 3,4 Milliarden für Bio-Produkte aus.

Was die Schweizer essen

NahrungsmittelPro-Kopf-Konsum pro Jahr
Milch und Milchprodukte346 kg
Gemüse92 kg
Obst74 kg
Fleisch47 kg
Getreide78 kg
Käse22,5 kg

Der Fleischkonsum liegt bei 47 kg pro Kopf und Jahr — und sinkt langsam. 2015 waren es noch 52 kg. Der Anteil der Vegetarier und Veganer in der Bevölkerung wird auf 7% geschätzt, Tendenz steigend. Gleichzeitig boomt der Markt für pflanzliche Alternativen, der 2025 einen Umsatz von CHF 380 Millionen erreichte.

Datenquellen

BLW, Agrarbericht. BFS, Landwirtschaftliche Strukturerhebung. Bio Suisse, Jahresbericht. SBV, Situationsbericht.

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Haeufig gestellte Fragen

Wie viel Nahrungsmittel produziert die Schweiz selbst?
Der Selbstversorgungsgrad liegt bei 52% (netto, nach Abzug importierter Futtermittel). Bei tierischen Produkten ist er mit 98% (Milch) hoch, bei pflanzlichen tief (42%).
Wie viele Bauernhöfe gibt es in der Schweiz?
48'500 landwirtschaftliche Betriebe (2025), Tendenz sinkend. Vor 20 Jahren waren es noch 64'000. Die durchschnittliche Betriebsgrösse liegt bei 21,5 Hektaren.
Wie hoch ist der Bio-Anteil?
17% der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird biologisch bewirtschaftet. Die Schweiz liegt damit in Europa auf Platz 3 hinter Österreich (26%) und Estland (23%).

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