CO2-Ausstoss Schweiz 2024: 4,5 Tonnen pro Kopf — Tendenz sinkend

Schnellantwort: 2024 stiess die Schweiz 40,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente aus — 27,3 % weniger als 1990. Pro Kopf entspricht das rund 4,5 Tonnen Inlandemissionen; der Konsum-Fussabdruck liegt bei rund 12 Tonnen. Grösster Emittent: der Verkehrssektor. Das Klima- und Innovationsgesetz schreibt Netto-Null bis 2050 vor.

Die Schweiz stiess 2024 rund 40,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente aus (BAFU, Treibhausgasinventar 2024). Pro Kopf sind das 4,5 Tonnen — deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 7,1 Tonnen. Aber die Zahl täuscht, denn sie berücksichtigt nur die Inlandemissionen.

Treibhausgasemissionen seit 1990

CO2-Ausstoss Schweiz: Entwicklung seit 1990
JahrEmissionen (Mio. t CO2-eq)Pro Kopf (t)
199053,77,9
200051,87,2
201048,26,2
201546,15,6
202040,84,7
202241,24,7
202440,14,5

Seit 1990 hat die Schweiz ihre Inlandemissionen um 27,3 % reduziert. Der grösste Rückgang kam aus dem Gebäudesektor (bessere Isolation, Wärmepumpen) und der Industrie (Effizienz, Verlagerung). Der Verkehr bleibt das Sorgenkind.

Emissionen nach Sektoren

SektorAnteil 2024Veränderung seit 1990
Verkehr31,8 %-5 %
Gebäude (Heizung)22,4 %-47 %
Industrie21,6 %-28 %
Landwirtschaft14,8 %-8 %
Abfall3,2 %-52 %
Übrige (inkl. Flugtreibstoff)6,2 %+12 %

Der Verkehr ist mit fast einem Drittel der grösste Emittent — und hat kaum abgenommen. Mehr Autos und längere Fahrwege haben die Effizienzgewinne kompensiert. Die Elektrifizierung beginnt zu wirken, aber langsam.

Der Konsum-Fussabdruck: 12 Tonnen pro Kopf

Die 4,5 Tonnen Inlandemissionen erzählen nur die halbe Geschichte. Rechnet man die importierten Emissionen hinzu (Herstellung von Konsumgütern, Nahrungsmitteln und Energie im Ausland), liegt der Schweizer CO2-Fussabdruck bei rund 12 Tonnen pro Kopf. Die Schweiz lagert einen grossen Teil ihrer Emissionen ins Ausland aus.

Netto-Null 2050

Klimaschutz Schweiz: Netto-Null 2050

Im Juni 2023 hat das Stimmvolk das Klima- und Innovationsgesetz angenommen. Die Schweiz muss bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen. Zwischenziele: -50 % bis 2030 (gegenüber 1990), -75 % bis 2040. Aktuell liegt die Reduktion bei -27,3 % — es bleibt also viel zu tun.

Die grössten Hebel: Gebäudesanierung (Heizungsersatz), Elektrifizierung des Verkehrs, Ausbau erneuerbarer Energien und CO2-Abscheidung. Die Gletscherschmelze zeigt derweil eindrücklich, was auf dem Spiel steht.

Datenquellen

BAFU, Treibhausgasinventar 2024. BFS, Umweltgesamtrechnung. Global Carbon Project.

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Haeufig gestellte Fragen

Wie viel CO2 stösst die Schweiz pro Kopf aus?
Die Inlandemissionen lagen 2024 bei rund 4,5 Tonnen CO2-Äquivalente pro Kopf (Total: 40,1 Mio. t). Der vollständige Konsum-Fussabdruck inklusive importierter Emissionen liegt bei rund 12 Tonnen pro Kopf.
Welcher Sektor verursacht am meisten Treibhausgase?
Der Verkehrssektor mit rund 33 % der Treibhausgasemissionen, gefolgt von Gebäuden (ca. 22 %) und der Industrie (ca. 22 %). Der Verkehr hat seit 1990 kaum abgenommen.
Wie hat sich der CO2-Ausstoss seit 1990 entwickelt?
Die Treibhausgasemissionen sind seit 1990 um 27,3 % gesunken — von 53,7 auf 40,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (2024). Grösster Rückgang: Gebäudesektor (-47 %).
Erreicht die Schweiz das Netto-Null-Ziel 2050?
Aktuell -27,3 % vs. 1990. Zwischenziel 2030: -50 %, 2040: -75 %. Eine starke Beschleunigung bei Heizungsersatz, Elektromobilität und erneuerbaren Energien ist erforderlich.
Was ist der Unterschied zwischen Inland- und Konsumemissionen?
Inlandemissionen (40,1 Mio. t) = nur was physisch in der Schweiz ausgestossen wird. Konsum-Fussabdruck (~12 t pro Kopf) = inklusive importierter Emissionen. Die Schweiz lagert viele Emissionen ins Ausland aus.
Was bedeutet das Klima- und Innovationsgesetz?
Das 2023 vom Stimmvolk angenommene Gesetz schreibt Netto-Null bis 2050 vor: -50 % bis 2030, -75 % bis 2040. Es verpflichtet Gebäude, Industrie und Verkehr zu konkreten Massnahmen.

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