Die Schweiz stösst pro Jahr rund 38,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente aus (2024). Pro Kopf sind das 4,2 Tonnen — deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 7,1 Tonnen. Aber die Zahl täuscht, denn sie berücksichtigt nur die Inlandemissionen.
Treibhausgasemissionen seit 1990
| Jahr | Emissionen (Mio. t CO2-eq) | Pro Kopf (t) |
|---|---|---|
| 1990 | 53,7 | 7,9 |
| 2000 | 51,8 | 7,2 |
| 2010 | 48,2 | 6,2 |
| 2015 | 46,1 | 5,6 |
| 2020 | 40,8 | 4,7 |
| 2022 | 41,2 | 4,7 |
| 2024 | 38,4 | 4,2 |
Seit 1990 hat die Schweiz ihre Inlandemissionen um 32% reduziert. Der grösste Rückgang kam aus dem Gebäudesektor (bessere Isolation, Wärmepumpen) und der Industrie (Effizienz, Verlagerung). Der Verkehr bleibt das Sorgenkind.
Emissionen nach Sektoren
| Sektor | Anteil 2024 | Veränderung seit 1990 |
|---|---|---|
| Verkehr | 31,8% | -5% |
| Gebäude (Heizung) | 22,4% | -42% |
| Industrie | 21,6% | -28% |
| Landwirtschaft | 14,8% | -8% |
| Abfall | 3,2% | -52% |
| Übrige (inkl. Flugtreibstoff) | 6,2% | +12% |
Der Verkehr ist mit fast einem Drittel der grösste Emittent — und hat kaum abgenommen. Mehr Autos und längere Fahrwege haben die Effizienzgewinne kompensiert. Die Elektrifizierung beginnt zu wirken, aber langsam.
Der Konsum-Fussabdruck: 12 Tonnen pro Kopf
Die 4,2 Tonnen Inlandemissionen erzählen nur die halbe Geschichte. Rechnet man die importierten Emissionen hinzu (Herstellung von Konsumgütern, Nahrungsmitteln und Energie im Ausland), liegt der Schweizer CO2-Fussabdruck bei rund 12 Tonnen pro Kopf. Die Schweiz lagert einen grossen Teil ihrer Emissionen ins Ausland aus.
Netto-Null 2050
Im Juni 2023 hat das Stimmvolk das Klima- und Innovationsgesetz angenommen. Die Schweiz muss bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen. Zwischenziele: -50% bis 2030 (gegenüber 1990), -75% bis 2040. Aktuell liegt die Reduktion bei -32% — es bleibt also viel zu tun.
Die grössten Hebel: Gebäudesanierung (Heizungsersatz), Elektrifizierung des Verkehrs, Ausbau erneuerbarer Energien und CO2-Abscheidung. Die Gletscherschmelze zeigt derweil eindrücklich, was auf dem Spiel steht.
Datenquellen
BAFU, Treibhausgasinventar der Schweiz. BFS, Umweltgesamtrechnung. Global Carbon Project.