Die Schweiz hat sich mit der Energiestrategie 2050 ambitionierte Ziele gesetzt: Raus aus der Kernenergie, weg von fossilen Brennstoffen, hin zu einer klimaneutralen Energieversorgung. Die Realität sieht 2026 aber noch anders aus. Über die Hälfte der verbrauchten Energie stammt aus Öl und Gas. Der Weg zur Dekarbonisierung ist lang — und die Zahlen zeigen, wo die Schweiz steht.
Endenergieverbrauch nach Quellen
| Energiequelle | Anteil | TWh |
|---|---|---|
| Erdölprodukte | 43% | 94,6 |
| Elektrizität | 26% | 57,2 |
| Erdgas | 16% | 35,2 |
| Holz und Biomasse | 6% | 13,2 |
| Fernwärme | 3% | 6,6 |
| Solar, Wind, Umweltwärme | 6% | 13,2 |
Erdölprodukte — vor allem Benzin, Diesel und Heizöl — machen immer noch 43% des Endenergieverbrauchs aus. Das ist der grösste Hebel für die Dekarbonisierung: Jedes Elektroauto, jede Wärmepumpe, die ein Ölheizung ersetzt, bringt die Schweiz näher ans Ziel.
Stromproduktion: Der Schweizer Mix
| Stromquelle | Anteil an Produktion |
|---|---|
| Wasserkraft | 58% |
| Kernkraft | 29% |
| Solar | 7% |
| Wind | 1% |
| Thermisch & Übrige | 5% |
Die Wasserkraft ist und bleibt das Rückgrat der Schweizer Stromversorgung. 680 Kraftwerke — vom Grosswasserkraftwerk bis zur kleinen Turbine im Bergbach — produzieren 58% des Stroms. Kernkraft liefert 29%, allerdings wird die letzte AKW-Generation zwischen 2029 und 2044 vom Netz gehen. Die Frage: Kann Solar diese Lücke füllen?
Solar-Boom: +40% pro Jahr
Die installierte Solarleistung wächst jährlich um 40% — von 3,5 GW (2022) auf aktuell 8,2 GW (2026). Die Schweiz hat das Potenzial, bis 2050 über 50 GW Solarleistung zu installieren — auf Dächern, Fassaden und alpinen Freiflächen. Der erste alpine Solarpark am Muttsee ist seit 2023 in Betrieb.
Das Problem: Solar produziert im Winter nur 30% des Jahresertrags, der Verbrauch ist aber im Winter am höchsten. Die saisonale Speicherung — etwa über Wasserstoff oder Pumpspeicherkraftwerke — bleibt eine offene Baustelle.
Energieverbrauch nach Sektoren
| Sektor | Anteil |
|---|---|
| Verkehr | 36% |
| Gebäude (Heizen, Warmwasser) | 28% |
| Industrie | 19% |
| Dienstleistungen | 17% |
Der Verkehr ist der grösste Energieverbraucher. Rund 4,7 Millionen Personenwagen fahren auf Schweizer Strassen, davon erst 6% elektrisch. Die Umstellung auf Elektromobilität und der Ausbau des ÖV sind zentrale Hebel, um den Energieverbrauch zu senken.
CO₂-Emissionen und Klimaziel
Die Schweiz emittiert rund 37 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr. Das Netto-Null-Ziel bis 2050 erfordert eine Reduktion um 90%. Aktuell sinken die Emissionen um etwa 1,5% pro Jahr — das reicht nicht. Um auf Kurs zu kommen, müsste das Tempo auf 4-5% pro Jahr steigen.
Datenquellen
BFE, Schweizerische Gesamtenergiestatistik. BFE, Elektrizitätsstatistik. Pronovo, Herkunftsnachweise. BAFU, Treibhausgasinventar.