Die Schweiz ist ein Teilzeitland. 37% aller Erwerbstätigen arbeiten weniger als 90% eines Vollzeitpensums — der höchste Wert in Europa (vor den Niederlanden mit 36%). Das hat tiefgreifende Auswirkungen auf Löhne, Vorsorge und den Fachkräftemangel.
Teilzeitquote nach Geschlecht
| Gruppe | Teilzeitquote 2025 | Veränderung seit 2010 |
|---|---|---|
| Gesamt | 37,2% | +2,8 PP |
| Frauen | 58,4% | -1,2 PP |
| Männer | 18,6% | +6,4 PP |
Die Frauenquote ist leicht gesunken (von 59,6% auf 58,4%), die Männerquote deutlich gestiegen (von 12,2% auf 18,6%). Immer mehr Männer arbeiten Teilzeit — sei es für Kinderbetreuung, Weiterbildung oder schlicht für mehr Lebensqualität. Der Trend ist aber von einer niedrigen Basis aus gestartet.
Teilzeit nach Branchen
| Branche | Teilzeitquote |
|---|---|
| Gesundheit & Soziales | 62% |
| Bildung | 56% |
| Detailhandel | 48% |
| Gastgewerbe | 42% |
| Öffentliche Verwaltung | 34% |
| Finanz | 22% |
| IT | 18% |
| Bau | 8% |
Im Gesundheits- und Sozialwesen arbeiten 62% Teilzeit — was den Fachkräftemangel verschärft, weil mehr Köpfe für die gleiche Kapazität nötig sind. Würden die Teilzeitbeschäftigten im Gesundheitswesen im Schnitt 10% mehr arbeiten, entspräche das rund 18'000 Vollzeitstellen.
Mütter und Väter
Der klassische Fall: Nach der Geburt eines Kindes reduziert die Mutter auf 60%, der Vater bleibt bei 100%. Das Muster wird schwächer, ist aber immer noch die Norm:
| Familienmodell | Anteil Familien mit Kind(ern) |
|---|---|
| Vater VZ / Mutter TZ | 48% |
| Beide VZ | 18% |
| Beide TZ | 14% |
| Vater VZ / Mutter nicht erwerbstätig | 12% |
| Vater TZ / Mutter VZ oder TZ | 8% |
Folgen für die Vorsorge
Teilzeitarbeit hat einen direkten Einfluss auf die Altersvorsorge. Wer Teilzeit arbeitet, zahlt weniger in die 2. Säule ein — der Koordinationsabzug wirkt proportional stärker. Das betrifft besonders Frauen: Die Vorsorgelücke bei Frauen beträgt im Schnitt CHF 108'000 gegenüber Männern.
Datenquellen
BFS, Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE). BFS, Erwerbsmodelle in Familien. SECO.