Vorsorgelücke Schweiz: Wie gross das Defizit bei der Altersvorsorge wirklich ist

Die Schweiz hat eines der besten Vorsorgesysteme der Welt — das Drei-Säulen-System aus AHV, Pensionskasse und privater Vorsorge. Trotzdem klafft bei vielen Menschen eine erhebliche Vorsorgelücke. Im Durchschnitt fehlen rund CHF 400'000, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten.

Die drei Säulen: Was sie leisten

Vorsorgelücke Schweiz: Wie gross das Defizit bei der Altersvorsorge wirklich ist
SäuleMaximale Leistung/MonatØ effektive Leistung
AHV (1. Säule)CHF 2'450 (Einzelperson)CHF 1'920
Pensionskasse (2. Säule)IndividuellCHF 1'860 (Rente) oder Kapital
Säule 3a (3. Säule)IndividuellØ CHF 78'000 Guthaben bei Bezug

Ein durchschnittliches Rentnerpaar erhält CHF 5'600 pro Monat aus AHV und Pensionskasse zusammen. Zum Vergleich: Die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten eines Rentnerhaushalts liegen bei rund CHF 5'800 bis 6'400 — je nach Wohnort und Lebensstil. Die Lücke ist real.

Vorsorgelücke nach Geschlecht

IndikatorFrauenMänner
Ø AHV-RenteCHF 1'820CHF 2'020
Ø PK-RenteCHF 1'280CHF 2'440
Ø PK-Kapital bei PensionierungCHF 240'000CHF 468'000
Ø Säule-3a-GuthabenCHF 52'000CHF 104'000

Die Vorsorgelücke bei Frauen ist fast doppelt so gross wie bei Männern. Die Ursachen sind bekannt: Teilzeitarbeit (58% der Frauen), Erwerbsunterbrüche für Kinderbetreuung, tiefere Löhne und der Koordinationsabzug in der 2. Säule, der bei Teilzeitpensen überproportional wirkt.

AHV: Unter Druck

Die AHV ist das Fundament — aber sie steht unter demografischem Druck. 2025 überstiegen die Ausgaben die Einnahmen erstmals dauerhaft. Ohne die AHV-21-Reform (Erhöhung Rentenalter Frauen auf 65, Erhöhung MWST auf 8,1%) wäre die AHV bereits im Defizit. Gemäss BSV-Szenarien braucht die AHV bis 2030 eine weitere Reform — sonst sind die Reserven bis 2035 aufgebraucht.

Was tun gegen die Vorsorgelücke?

Vorsorgelücke Schweiz: Wie gross das Defizit bei der Altersvorsorge wirklich ist - illustration

Säule 3a maximieren: CHF 7'258 pro Jahr einzahlen — das spart Steuern und baut Vorsorge auf. Nur 60% der Erwerbstätigen nutzen die 3a überhaupt.

PK-Einkauf: Wer Lücken in der 2. Säule hat, kann sich freiwillig einkaufen — mit vollem Steuerabzug. Besonders für gutverdienenede 50-Jährige ein effektiver Hebel.

Erwerbspensum erhöhen: Schon 10% mehr Pensum über 20 Jahre machen bei der Pensionskasse einen Unterschied von CHF 80'000 bis 120'000.

Datenquellen

BSV (Bundesamt für Sozialversicherungen), AHV-Statistik. BFS, Neurentenstatistik. ASIP (Schweizerischer Pensionskassenverband). VZ VermögensZentrum.

Lesen Sie auch

Haeufig gestellte Fragen

Wie gross ist die durchschnittliche Vorsorgelücke?
Rund CHF 400'000 — die Differenz zwischen benötigtem und vorhandenem Kapital im Alter. Frauen haben eine fast doppelt so grosse Lücke wie Männer.
Wie viel Rente bekommt man in der Schweiz?
Ein durchschnittliches Rentnerpaar erhält rund CHF 5'600 pro Monat aus AHV und Pensionskasse. Die maximale AHV-Rente beträgt CHF 2'450 pro Person.
Ist die AHV finanziell sicher?
Kurzfristig ja (dank AHV-21-Reform). Langfristig braucht die AHV bis 2030 eine weitere Reform, da die Ausgaben die Einnahmen übersteigen und die Reserven bis 2035 aufgebraucht wären.

Nützliche Online-Rechner