Die Schweiz hat sich als einer der weltweit wichtigsten Standorte für Kryptowährungen und Blockchain-Technologie etabliert. Das «Crypto Valley» rund um Zug beherbergt über 1'200 Firmen, und 11% der Bevölkerung besitzen Kryptowährungen. Aber wie sieht die Datenlage wirklich aus?
Krypto-Besitzquote
| Land | Krypto-Besitzquote |
|---|---|
| Vereinigte Arabische Emirate | 27% |
| Singapur | 18% |
| USA | 15% |
| Schweiz | 11% |
| Deutschland | 8% |
| Frankreich | 7% |
| Vereinigtes Königreich | 9% |
Rund 820'000 Personen in der Schweiz besitzen Kryptowährungen — Bitcoin, Ethereum und andere. Die meisten Besitzer sind männlich (72%), zwischen 25 und 44 Jahre alt und überdurchschnittlich gebildet. Der Medianbestand liegt bei rund CHF 5'200 — die meisten halten also eher kleine Beträge.
Crypto Valley: 1'200 Firmen
Das «Crypto Valley» im Kanton Zug und Umgebung beherbergt über 1'200 Blockchain-Firmen, darunter die Ethereum Foundation, Cardano, Solana Foundation, Tezos und zahlreiche Start-ups. Die Branche beschäftigt rund 6'200 Personen in der Schweiz.
| Indikator | Wert 2025 |
|---|---|
| Blockchain-Firmen in der Schweiz | 1'216 |
| Beschäftigte | 6'200 |
| Kanton Zug (Firmensitze) | 480 |
| Kanton Zürich | 310 |
| Genf/Waadt | 180 |
| Venture Capital in Schweizer Krypto-Firmen (2024) | USD 860 Mio. |
Regulierung: Pragmatisch und klar
Die Schweiz hat einen pragmatischen Regulierungsansatz gewählt, der von der Branche geschätzt wird. Die FINMA (Finanzmarktaufsicht) hat Richtlinien für ICOs, Stablecoins und DeFi veröffentlicht und reguliert Krypto-Börsen wie Banken. Zwei Banken haben Krypto-Banklizenzen erhalten: SEBA Bank und Sygnum Bank (beide in Zürich).
Steuerlich werden Kryptowährungen als Vermögenswerte behandelt — sie unterliegen der Vermögenssteuer, Kapitalgewinne für private Anleger sind aber steuerfrei (wie bei Aktien). Für professionelle Trader gilt die Einkommenssteuer.
SBB Bitcoin-Ticketautomat
Ein Schweizer Kuriosum: An jedem SBB-Ticketautomat können Bitcoins gekauft werden — bis CHF 500 pro Transaktion. Die SBB war 2016 die erste Bahn weltweit, die diesen Service anbot. Die Nachfrage ist stabil, aber klein: rund 8'000 Transaktionen pro Monat.
Risiken und Skepsis
Trotz des Standortvorteils bleiben Kryptowährungen umstritten. Die SNB hat mehrfach vor den Risiken für Privatanleger gewarnt: hohe Volatilität, Betrugsrisiken und mangelnder Konsumentenschutz. Der Einbruch der Krypto-Märkte 2022 (Terra/Luna, FTX) hat auch Schweizer Anleger getroffen. Die Sparquote zeigt: Die meisten Schweizer bleiben bei konservativen Anlagen.
Datenquellen
CV VC, Top 50 Crypto Valley Report. SEBA Bank/Sygnum Bank, Market Reports. BFS, ICT-Erhebung. Statista, Krypto-Besitzquote. SIF (Staatssekretariat für internationale Finanzfragen).