Der Schweizer Franken ist eine der stärksten und stabilsten Währungen der Welt. In Krisenzeiten — Finanzkrise, Euro-Schuldenkrise, Corona, Ukraine-Krieg — flüchten Investoren regelmässig in den Franken. Das ist gut für die Kaufkraft der Schweizer, aber eine Herausforderung für die Exportwirtschaft. Die Zahlen zur Leitwährung der Alpen.
Wechselkursentwicklung EUR/CHF
| Jahr | EUR/CHF-Kurs | USD/CHF-Kurs |
|---|---|---|
| 2000 | 1.56 | 1.69 |
| 2007 | 1.65 | 1.12 |
| 2011 (vor Untergrenze) | 1.04 | 0.78 |
| 2015 (nach Aufhebung) | 1.04 | 0.96 |
| 2020 | 1.08 | 0.94 |
| 2025 | 0.93 | 0.86 |
Seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 hat der CHF gegenüber dem EUR 45% an Wert gewonnen. Das bedeutet: Was 2000 für einen Euro erhältlich war, kostet heute 1,45 Euro — oder, anders gesagt, der Schweizer Konsument bekommt immer mehr für seinen Franken.
Die SNB und ihre Instrumente
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat eine bewegte Geschichte mit dem Wechselkurs. Von September 2011 bis Januar 2015 verteidigte sie einen Mindestkurs von EUR/CHF 1.20 — mit massiven Devisenkäufen, die ihre Bilanz auf über CHF 800 Milliarden aufblähten. Die abrupte Aufhebung am 15. Januar 2015 — der "Franken-Schock" — kostete Exporteure Milliarden und Spekulanten ihre Existenz.
Aktuell liegt der SNB-Leitzins bei 0,75%. Die Inflation in der Schweiz liegt bei 1,1% — deutlich unter dem Euroraum (2,4%). Diese Zinsdifferenz stärkt den Franken zusätzlich.
Auswirkungen auf die Exportwirtschaft
Ein starker Franken verteuert Schweizer Exporte. Die Industrie reagiert mit Effizienzsteigerungen, Verlagerung ins Ausland und Premium-Positionierung. Die Exporte liegen trotzdem bei CHF 280 Milliarden pro Jahr — ein Zeichen, dass Schweizer Produkte (Pharma, Uhren, Maschinen) so gefragt sind, dass der Kurs weniger ins Gewicht fällt.
Kaufkraft im internationalen Vergleich
| Produkt | Schweiz (CHF) | Deutschland (EUR) | USA (USD) |
|---|---|---|---|
| Big Mac | 7.50 | 5.29 | 5.69 |
| Cappuccino | 5.80 | 3.50 | 5.50 |
| 1 Liter Milch | 1.65 | 1.15 | 1.05 |
Der Big-Mac-Index des Economist zeigt: Der Franken ist gegenüber dem Euro um rund 20% überbewertet und gegenüber dem Dollar um 10%. Schweizer Löhne kompensieren das — der Medianlohn liegt bei CHF 6'440, in Deutschland bei EUR 3'800.
Datenquellen
SNB, Statistisches Monatsheft. BFS, Landesindex der Konsumentenpreise. EZB, Wechselkursstatistik. The Economist, Big Mac Index.