Schweizer Franken: Stärkste Währung Europas und Fluchtwährung der Welt

Der Schweizer Franken ist eine der stärksten und stabilsten Währungen der Welt. In Krisenzeiten — Finanzkrise, Euro-Schuldenkrise, Corona, Ukraine-Krieg — flüchten Investoren regelmässig in den Franken. Das ist gut für die Kaufkraft der Schweizer, aber eine Herausforderung für die Exportwirtschaft. Die Zahlen zur Leitwährung der Alpen.

Wechselkursentwicklung EUR/CHF

EUR CHF Wechselkurs Entwicklung
JahrEUR/CHF-KursUSD/CHF-Kurs
20001.561.69
20071.651.12
2011 (vor Untergrenze)1.040.78
2015 (nach Aufhebung)1.040.96
20201.080.94
20250.930.86

Seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 hat der CHF gegenüber dem EUR 45% an Wert gewonnen. Das bedeutet: Was 2000 für einen Euro erhältlich war, kostet heute 1,45 Euro — oder, anders gesagt, der Schweizer Konsument bekommt immer mehr für seinen Franken.

Die SNB und ihre Instrumente

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat eine bewegte Geschichte mit dem Wechselkurs. Von September 2011 bis Januar 2015 verteidigte sie einen Mindestkurs von EUR/CHF 1.20 — mit massiven Devisenkäufen, die ihre Bilanz auf über CHF 800 Milliarden aufblähten. Die abrupte Aufhebung am 15. Januar 2015 — der "Franken-Schock" — kostete Exporteure Milliarden und Spekulanten ihre Existenz.

Aktuell liegt der SNB-Leitzins bei 0,75%. Die Inflation in der Schweiz liegt bei 1,1% — deutlich unter dem Euroraum (2,4%). Diese Zinsdifferenz stärkt den Franken zusätzlich.

Auswirkungen auf die Exportwirtschaft

Schweizer Franken Exportwirtschaft

Ein starker Franken verteuert Schweizer Exporte. Die Industrie reagiert mit Effizienzsteigerungen, Verlagerung ins Ausland und Premium-Positionierung. Die Exporte liegen trotzdem bei CHF 280 Milliarden pro Jahr — ein Zeichen, dass Schweizer Produkte (Pharma, Uhren, Maschinen) so gefragt sind, dass der Kurs weniger ins Gewicht fällt.

Kaufkraft im internationalen Vergleich

ProduktSchweiz (CHF)Deutschland (EUR)USA (USD)
Big Mac7.505.295.69
Cappuccino5.803.505.50
1 Liter Milch1.651.151.05

Der Big-Mac-Index des Economist zeigt: Der Franken ist gegenüber dem Euro um rund 20% überbewertet und gegenüber dem Dollar um 10%. Schweizer Löhne kompensieren das — der Medianlohn liegt bei CHF 6'440, in Deutschland bei EUR 3'800.

Datenquellen

SNB, Statistisches Monatsheft. BFS, Landesindex der Konsumentenpreise. EZB, Wechselkursstatistik. The Economist, Big Mac Index.

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Haeufig gestellte Fragen

Warum ist der Schweizer Franken so stark?
Politische Stabilität, tiefe Inflation, starke Exportwirtschaft und die Rolle als Safe-Haven-Währung. Seit 2000 hat der CHF gegenüber dem EUR 45% an Wert gewonnen.
Was macht die SNB mit dem Wechselkurs?
Die SNB interveniert gelegentlich am Devisenmarkt, um eine zu starke Aufwertung zu bremsen. Zwischen 2011 und 2015 galt ein Mindestkurs von EUR/CHF 1.20.
Wie hoch ist der aktuelle EUR/CHF-Kurs?
Stand März 2026 liegt der Kurs bei rund EUR/CHF 0.93. Im Jahr 2007 stand er noch bei 1.65.

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