Steuerbelastung nach Kantonen: Wo man in der Schweiz am wenigsten Steuern zahlt

Der Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen ist ein Schweizer Spezifikum — und er hat weitreichende Konsequenzen. Wer in Zug wohnt, zahlt auf das gleiche Einkommen halb so viel Steuern wie in Genf. Kein Wunder, dass der Wohnort in der Schweiz auch eine steuerliche Entscheidung ist.

Steuerbelastung auf Einkommen (CHF 100'000, ledig, keine Kinder)

Steuerbelastung nach Kantonen: Wo man in der Schweiz am wenigsten Steuern zahlt
Kanton (Hauptort)Einkommenssteuer gesamtEffektiver Steuersatz
ZugCHF 8'8008,8%
SchwyzCHF 9'4009,4%
NidwaldenCHF 9'8009,8%
ObwaldenCHF 10'20010,2%
Appenzell I.Rh.CHF 10'60010,6%
ZürichCHF 12'40012,4%
BernCHF 14'80014,8%
Basel-StadtCHF 15'20015,2%
WaadtCHF 16'40016,4%
NeuenburgCHF 16'80016,8%
GenfCHF 17'20017,2%

Bei einem Einkommen von CHF 100'000 spart man durch einen Umzug von Genf nach Zug CHF 8'400 pro Jahr an Steuern. Bei höheren Einkommen wird der Unterschied noch grösser, weil die Progression in Hochsteuerkantonen stärker zuschlägt.

Vermögenssteuer: Eine Schweizer Besonderheit

Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, das eine Vermögenssteuer erhebt. Die Steuersätze variieren von 0,15‰ (Nidwalden) bis 0,80‰ (Genf) — auf das Reinvermögen. Bei einem Vermögen von CHF 1 Million zahlt man also zwischen CHF 150 und CHF 800 pro Jahr.

Unternehmenssteuer

KantonEffektiver Gewinnsteuersatz
Zug11,9%
Nidwalden11,5%
Luzern12,2%
Appenzell A.Rh.13,0%
Zürich19,7%
Bern21,0%
Genf14,0%
Basel-Stadt13,0%

Bei den Unternehmenssteuern liegen die Zentralschweizer Kantone vorne. Genf und Basel-Stadt haben nach der STAF-Reform 2020 ihre Sätze gesenkt, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Schweiz liegt im OECD-Vergleich im Mittelfeld.

Steuerwettbewerb: Segen oder Fluch?

Steuerbelastung nach Kantonen: Wo man in der Schweiz am wenigsten Steuern zahlt - illustration

Befürworter sehen im Steuerwettbewerb einen Garanten für Effizienz — Kantone müssen attraktiv bleiben und können nicht beliebig Steuern erhöhen. Kritiker warnen vor einem «Race to the bottom», bei dem sozial schwächere Kantone verlieren, weil vermögende Steuerzahler in Tiefsteuerkantone abwandern.

Der Nationale Finanzausgleich (NFA) mildert die Auswirkungen: Ressourcenstarke Kantone (Zug, Zürich, Schwyz) zahlen in den Topf, ressourcenschwache (Bern, Wallis, Jura) erhalten Ausgleichszahlungen. 2025 betrug das Volumen rund CHF 6,2 Milliarden.

Datenquellen

ESTV (Eidgenössische Steuerverwaltung), Steuerbelastung in der Schweiz. EFD, Finanzausgleich. KPMG, Swiss Tax Report.

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Haeufig gestellte Fragen

Welcher Kanton hat die tiefsten Steuern?
Zug mit einem effektiven Einkommenssteuersatz von 8,8% (bei CHF 100'000 Einkommen). Es folgen Schwyz (9,4%) und Nidwalden (9,8%).
Wie viel spart man beim Umzug in einen steuergünstigen Kanton?
Bei CHF 100'000 Einkommen spart der Wechsel von Genf nach Zug CHF 8'400 pro Jahr. Bei höheren Einkommen wird der Unterschied noch grösser.
Gibt es in der Schweiz eine Vermögenssteuer?
Ja — als eines der wenigen Länder weltweit. Die Sätze variieren von 0,15‰ (Nidwalden) bis 0,80‰ (Genf). Bei CHF 1 Mio. Vermögen zahlt man CHF 150 bis 800 pro Jahr.

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