Bis dass der Tod euch scheidet — oder eben nicht. In der Schweiz enden vier von zehn Ehen mit einer Scheidung. 2025 wurden rund 16'200 Ehen geschieden, während 38'500 neue geschlossen wurden. Die Scheidungsrate ist in den letzten Jahren stabil geblieben, nach einem Höhepunkt von 2010. Was sagen die Zahlen über die Ehe in der Schweiz?
Scheidungen und Eheschliessungen im Vergleich
| Jahr | Eheschliessungen | Scheidungen | Scheidungsrate |
|---|---|---|---|
| 2000 | 39'758 | 10'511 | 26,4% |
| 2010 | 43'257 | 22'081 | 51,1% |
| 2015 | 41'036 | 16'990 | 41,4% |
| 2020 | 35'159 | 16'228 | 46,1% |
| 2025 | 38'500 | 16'200 | 40,3% |
Der Peak war 2010, als die Scheidungsrate über 50% kletterte. Seither ist sie gesunken — nicht weil weniger geschieden wird, sondern weil wieder mehr geheiratet wird. Die Zahl der Scheidungen selbst ist seit 2015 bemerkenswert stabil bei rund 16'000 pro Jahr.
Durchschnittliche Ehedauer
Eine Ehe, die geschieden wird, hat im Schnitt 15,2 Jahre gedauert. Die häufigste Scheidungsperiode liegt zwischen dem 5. und 9. Ehejahr — das klassische "verflixte siebte Jahr" hat also einen statistischen Kern. Allerdings nimmt auch die Zahl der Spätscheidungen zu: 18% der Scheidungen betreffen Ehen, die über 25 Jahre bestanden.
Kantonale Unterschiede
| Kanton | Scheidungsrate |
|---|---|
| Basel-Stadt | 48% |
| Genf | 46% |
| Zürich | 43% |
| Bern | 39% |
| Luzern | 34% |
| Wallis | 32% |
| Appenzell I.Rh. | 27% |
Städtische, säkulare Kantone haben höhere Scheidungsraten als ländliche, konservativere Regionen. In Basel-Stadt wird fast jede zweite Ehe geschieden, in Appenzell Innerrhoden nur jede vierte. Neben kulturellen Faktoren spielt auch die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen eine Rolle — wo mehr Frauen erwerbstätig sind, ist die finanzielle Hürde einer Scheidung tiefer.
Folgen für Kinder
Rund 12'500 minderjährige Kinder sind jährlich von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. In 93% der Fälle wird das gemeinsame Sorgerecht vereinbart (seit 2014 der gesetzliche Normalfall). Die alternierende Obhut — bei der die Kinder abwechselnd bei beiden Elternteilen leben — wird in 14% der Fälle vereinbart, Tendenz steigend.
Trend: Weniger heiraten, aber stabiler
Gleichzeitig leben immer mehr Paare im Konkubinat: Rund 380'000 Paare in der Schweiz sind unverheiratet. Die institutionelle Ehe verliert an Bedeutung — wer trotzdem heiratet, tut es bewusster. Das könnte erklären, warum die Scheidungsrate seit 2010 sinkt.
Datenquellen
BFS, Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung (BEVNAT). BFS, Demografieportal. Bundesamt für Justiz, Familienrecht.