Kriminalität Schweiz 2026: Straftaten, Trends und kantonale Unterschiede

Die Schweiz gilt als eines der sichersten Länder der Welt — und die Statistik gibt ihr recht. Doch hinter der Gesamtzahl von rund 432'000 registrierten Straftaten pro Jahr verbergen sich gegenläufige Trends: Während klassische Delikte wie Einbrüche seit Jahren rückläufig sind, explodiert die Cyberkriminalität förmlich.

Schnellantwort: Die Schweiz registriert rund 432'000 Straftaten/Jahr (PKS 2025) — 49 pro 1'000 Einwohner, einer der niedrigsten Werte Europas. Einbrüche sanken seit 2012 um über 50%, Cyberkriminalität stieg +198% seit 2020. Mordrate: 0,5 pro 100'000 Einwohner.

Gesamtübersicht: Registrierte Straftaten

Kriminalstatistik Schweiz
DeliktgruppeAnzahl 2025Veränderung seit 2020
Straftaten gegen das Vermögen198'000-8%
Straftaten gegen Leib und Leben42'500+3%
Cyberkriminalität52'800+198%
Betäubungsmitteldelikte78'000-12%
Straftaten gegen die sexuelle Integrität9'200+15%
Übrige Straftaten StGB51'500+2%

Die Vermögensdelikte machen fast die Hälfte aller Straftaten aus — Diebstahl, Betrug, Sachbeschädigung. Was die Polizei in der ganzen Schweiz beschäftigt, ist aber zunehmend das Digitale: 52'800 Cybercrime-Fälle wurden 2025 registriert, dreimal so viele wie 2020.

Einbrüche: Der langfristige Rückgang

Einbruchdiebstähle sind in der Schweiz seit dem Höhepunkt 2012 um über 50% zurückgegangen. Damals waren es rund 55'000 Fälle, 2025 noch 24'700. Die Gründe: bessere Sicherheitstechnik, verstärkte Polizeipräsenz in Hotspots und die Aufhebung der Personenfreizügigkeit für Kurzaufenthalter aus bestimmten Ländern.

Trotzdem: Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen bleibt tief — nur rund 15% der Fälle werden gelöst.

Cyberkriminalität: Die neue Realität

Cyberkriminalität Schweiz Statistik
Art der CyberkriminalitätFälle 2025Veränderung ggü. 2022
Betrug (Online-Kauf, Romance Scam)21'400+85%
Phishing / Account-Diebstahl14'200+120%
Ransomware / Erpressung4'800+210%
Cyber-Mobbing / Online-Belästigung6'300+45%
Sonstiges (Hacking, DDoS)6'100+60%

Besonders Ransomware-Angriffe auf KMU und Gemeinden haben zugenommen. Der durchschnittliche Schaden pro Angriff liegt bei CHF 120'000 — bei grösseren Unternehmen kann er in die Millionen gehen. Das Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) empfiehlt dringend, kein Lösegeld zu zahlen.

Kriminalität nach Kantonen

KantonStraftaten pro 1'000 EinwohnerAufklärungsquote
Genf8628%
Basel-Stadt7832%
Zürich6234%
Waadt5830%
Bern4536%
Appenzell I.Rh.1852%
Schweiz gesamt4933%

Städtische Kantone wie Genf und Basel-Stadt haben erwartungsgemäss höhere Kriminalitätsraten als ländliche Regionen. In Appenzell Innerrhoden — dem sichersten Kanton — ist die Rate viermal tiefer als in Genf.

Gewaltdelikte: Stagnation auf tiefem Niveau

Die Schweiz verzeichnet pro Jahr rund 50 Tötungsdelikte (davon ca. 40 vollendete). Das ergibt eine Mordrate von 0,5 pro 100'000 Einwohner — einer der tiefsten Werte weltweit. Zum Vergleich: In den USA liegt sie bei 6,3. Auch schwere Körperverletzungen sind seit 2015 stabil bei rund 3'200 Fällen pro Jahr.

Allerdings: Häusliche Gewalt macht einen wachsenden Anteil der Gewaltdelikte aus. 2025 wurden 19'600 Fälle registriert — ein Anstieg von 22% seit 2018. Ob das an einer tatsächlichen Zunahme oder an einer höheren Anzeigebereitschaft liegt, ist unter Fachleuten umstritten.

Datenquellen

Bundesamt für Statistik (BFS), Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). NCSC, Cyber-Lagebild Schweiz. fedpol, Jahresbericht.

Wie sicher ist die Schweiz im internationalen Vergleich?

Die Schweiz gehört zu den sichersten Ländern Europas. Die Mordrate liegt bei 0,5 pro 100'000 Einwohner — weit unter dem EU-Schnitt (0,9) und deutlich unter den USA (6,3). Die Gesamtkriminalitätsrate beträgt 49 Straftaten pro 1'000 Einwohner. (Quelle: BFS, PKS 2025)

Welche Straftaten nehmen in der Schweiz zu?

Cyberkriminalität verzeichnet das stärkste Wachstum: 52'800 Fälle wurden 2025 erfasst, dreimal mehr als 2020 (+198%). Ransomware, Phishing und Online-Betrug steigen besonders stark. Klassische Delikte wie Einbrüche sinken langfristig. (Quelle: NCSC, Cyber-Lagebild Schweiz)

Welcher Kanton ist in der Schweiz am sichersten?

Appenzell Innerrhoden hat mit 18 Straftaten pro 1'000 Einwohner die niedrigste Kriminalitätsrate der Schweiz — viermal weniger als Genf (86). Die höchsten Raten haben städtische Kantone: Genf (86), Basel-Stadt (78) und Zürich (62). (Quelle: BFS, PKS 2025)

Wie hoch ist die Aufklärungsquote bei Einbrüchen in der Schweiz?

Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen liegt bei nur rund 15%, obwohl die Einbruchzahlen seit 2012 um über 50% gesunken sind. Die gesamtschweizerische Aufklärungsquote über alle Delikte beträgt 33%. (Quelle: BFS, PKS 2025)

Wie hat sich häusliche Gewalt in der Schweiz entwickelt?

2025 wurden 19'600 Fälle häuslicher Gewalt registriert — ein Anstieg von 22% seit 2018. Ob dies eine tatsächliche Zunahme oder eine höhere Bereitschaft, Anzeige zu erstatten, widerspiegelt, ist unter Fachleuten umstritten. (Quelle: BFS, PKS 2025)

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Haeufig gestellte Fragen

Wie sicher ist die Schweiz im Vergleich?
Die Schweiz ist eines der sichersten Länder Europas. Die Mordrate liegt bei 0,5 pro 100'000 Einwohner — deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 0,9.
Welche Straftaten nehmen zu?
Cyberkriminalität hat sich seit 2020 verdreifacht. Betrug, Phishing und digitale Erpressung steigen stark an.
Welcher Kanton hat die höchste Kriminalitätsrate?
Genf verzeichnet mit 86 Straftaten pro 1'000 Einwohner die höchste Rate, gefolgt von Basel-Stadt (78) und Zürich (62).

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