Die Luft in der Schweiz ist deutlich sauberer als noch vor 30 Jahren. Die Konzentrationen von Schwefeldioxid, Blei und Kohlenmonoxid sind um über 80% gesunken. Aber bei drei Schadstoffen gibt es weiterhin Probleme: Feinstaub (PM2.5 und PM10), Stickstoffdioxid (NO2) und Ozon.
Feinstaub PM2.5: Grenzwert oft überschritten
| Messstation | Ø PM2.5 2024 (µg/m³) | Grenzwert (10 µg/m³) |
|---|---|---|
| Bern Bollwerk | 12,8 | Überschritten |
| Zürich Stampfenbachstr. | 11,4 | Überschritten |
| Lausanne | 11,8 | Überschritten |
| Basel St. Johann | 12,1 | Überschritten |
| Luzern | 10,6 | Überschritten |
| Magadino (Tessin) | 14,2 | Überschritten |
| Davos | 5,8 | Eingehalten |
| Jungfraujoch | 2,1 | Eingehalten |
Das Tessin hat die schlechteste Luftqualität — die Topografie (enge Täler, Inversionslagen) hält die Schadstoffe am Boden. Bergstationen wie Davos oder das Jungfraujoch liegen deutlich unter den Grenzwerten.
Stickstoffdioxid: Verkehrsbelastung
NO2 entsteht hauptsächlich im Strassenverkehr (Diesel). Der Jahresmittel-Grenzwert von 30 µg/m³ wird an verkehrsbelasteten Standorten weiterhin überschritten — in Zürich (34 µg/m³), Bern (32 µg/m³) und Genf (36 µg/m³). Die Elektrifizierung des Verkehrs wird hier langfristig Linderung bringen.
Verbesserung seit 1990
| Schadstoff | Reduktion seit 1990 |
|---|---|
| Schwefeldioxid (SO2) | -92% |
| Kohlenmonoxid (CO) | -85% |
| Stickoxide (NOx) | -62% |
| PM10 | -48% |
| PM2.5 | -38% |
| Ozon (Spitzenwerte) | -25% |
Die Fortschritte sind beachtlich — Katalysatoren, Partikelfilter, saubere Heizsysteme und strengere Normen haben gewirkt. Aber bei Feinstaub und Ozon braucht es weitere Anstrengungen.
Gesundheitliche Folgen
Luftverschmutzung verursacht in der Schweiz geschätzte 2'300 vorzeitige Todesfälle pro Jahr — hauptsächlich durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs. Die volkswirtschaftlichen Kosten werden auf CHF 6 bis 8 Milliarden pro Jahr geschätzt (Gesundheitskosten, Arbeitsausfall, Ernteausfälle).
Datenquellen
BAFU, NABEL (Nationales Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe). Kantonale Luftmessnetze. EEA (European Environment Agency).