Durchschnittslohn Schweiz 2026: Aktuelle Zahlen nach Branche und Kanton
Was verdient man in der Schweiz wirklich? Die Frage stellt sich bei Jobwechsel, Gehaltsverhandlung oder Stellenantritt. Die amtliche Antwort liefert das Bundesamt für Statistik (BFS) mit der Lohnstrukturerhebung (LSE). Die neuesten verfügbaren Daten stammen aus der LSE 2024, die 2025 publiziert wurden. Für 2026 werden diese Werte mit dem Nominallohnindex (NLI) fortgeschrieben — die Löhne sind im Schnitt um rund 1,3 % gestiegen.
Medianlohn Schweiz 2026 nach Branche
Der Medianlohn (Zentralwert) eignet sich besser als der Durchschnittslohn, weil er nicht durch Extremwerte verzerrt wird. Die folgende Tabelle zeigt die Bruttolöhne für Vollzeitstellen nach Wirtschaftszweig (NOGA-Klassifikation), gerundet auf CHF 100:
| Branche | Medianlohn/Monat (CHF) | Tendenz 2025–26 |
|---|---|---|
| Finanz- und Versicherungsdienstleistungen | CHF 10’900 | +1.5 % |
| Pharmazeutische Industrie | CHF 9’800 | +2.1 % |
| Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) | CHF 9’200 | +2.4 % |
| Energieversorgung | CHF 8’600 | +1.2 % |
| Maschinenbau und Industrie | CHF 7’800 | +1.1 % |
| Baugewerbe (Hauptgewerbe) | CHF 6’500 | +0.9 % |
| Gesundheits- und Sozialwesen | CHF 6’200 | +1.4 % |
| Erziehung und Unterricht | CHF 6’800 | +0.8 % |
| Grosshandel | CHF 7’100 | +1.0 % |
| Detailhandel (Einzelhandel) | CHF 4’800 | +0.7 % |
| Gastgewerbe und Hotellerie | CHF 4’300 | +1.8 % |
| Landwirtschaft | CHF 3’900 | +0.5 % |
Quelle: BFS Lohnstrukturerhebung 2024, fortgeschrieben mit NLI 2026. Bruttolöhne Vollzeit, Median. Rundungen auf CHF 100.
Medianlohn Schweiz 2026 nach Kanton
Die kantonalen Lohnunterschiede sind erheblich: Zug, Basel-Stadt und Zürich führen das Ranking an, während Appenzell Innerrhoden, Jura und Uri die tiefsten Medianlöhne aufweisen. Hauptgrund sind die Branchenstrukturen: Kantone mit hohem Anteil an Finanz-, Pharma- und ICT-Unternehmen zahlen deutlich mehr.
| Kanton | Medianlohn/Monat (CHF) | Abweichung CH-Schnitt |
|---|---|---|
| Zug (ZG) | CHF 8’900 | +31 % |
| Basel-Stadt (BS) | CHF 8’400 | +24 % |
| Zürich (ZH) | CHF 7’900 | +16 % |
| Genf (GE) | CHF 7’600 | +12 % |
| Waadt (VD) | CHF 7’000 | +3 % |
| Bern (BE) | CHF 6’700 | −1 % |
| St. Gallen (SG) | CHF 6’400 | −6 % |
| Aargau (AG) | CHF 6’600 | −3 % |
| Tessin (TI) | CHF 5’800 | −15 % |
| Jura (JU) | CHF 5’600 | −18 % |
| Appenzell Innerrhoden (AI) | CHF 5’400 | −20 % |
Quelle: BFS LSE 2024, kantonale Auswertung. Vollzeitstellen, Privatsektor. Schätzung 2026.
Lohnentwicklung Schweiz: Trend 2020–2026
Wie haben sich die Löhne in den letzten Jahren entwickelt? Der Nominallohnindex (NLI) des BFS zeigt: Trotz Inflation sind die Reallöhne in der Schweiz zwischen 2022 und 2024 real leicht gesunken, erholen sich aber 2025–2026 wieder.
| Jahr | Nominallohn-Index | Reallohn-Veränderung |
|---|---|---|
| 2020 | 100.0 | +0.9 % |
| 2021 | 101.0 | +0.5 % |
| 2022 | 102.4 | −1.4 % |
| 2023 | 104.2 | +0.1 % |
| 2024 | 106.1 | +1.1 % |
| 2025 (Schätz.) | 107.5 | +1.2 % |
| 2026 (Prognose) | 108.9 | +0.9 % |
Quelle: BFS Nominallohnindex (NLI), Basis 2020=100. 2026 = Prognose SECO/BFS.
Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen
Der Gender Pay Gap beträgt in der Schweiz 2026 rund 12,5 % (Medianlohn). Das BFS unterscheidet dabei zwischen dem erklärbaren Teil (Berufsfeld, Bildung, Dienstalter: ca. 6,5 %) und dem unerklärten Teil (Diskriminierung: ca. 6 %). Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden sind seit 2021 zur Lohnanalyse nach Lohngleichheitsinstrument des Bundes (Logib) verpflichtet und müssen das Ergebnis durch externe Revision bestätigen lassen.
Mindestlöhne in der Schweiz: Was gilt 2026?
Die Schweiz kennt keinen landesweiten gesetzlichen Mindestlohn. Mindestlöhne sind im System der Gesamtarbeitsverträge (GAV) geregelt oder werden kantonal festgelegt:
- Genf: CHF 24.32 / Stunde (höchster Mindestlohn weltweit)
- Neuenburg: CHF 21.09 / Stunde
- Tessin: CHF 19.75 / Stunde
- Basel-Stadt: CHF 22.00 / Stunde (ab 2025)
- Ohne GAV / kanton. Mindestlohn: kein gesetzlicher Mindestsatz
In Branchen mit allgemeinverbindlichem GAV (Bau, Gastgewerbe, Reinigung, Detailhandel) gelten branchenspezifische Mindestlöhne von rund CHF 3’800 bis CHF 5’000/Monat für ungelernte Arbeitnehmende.
Wie unterscheidet sich der Durchschnittslohn vom Medianlohn?
Der Durchschnittslohn (arithmetisches Mittel) wird durch Spitzenverdienste nach oben verzerrt. Der Medianlohn teilt die Lohnverteilung in zwei gleich grosse Hälften — er ist der Lohn, den genau die Hälfte der Beschäftigten über- und die andere Hälfte unterschreitet. Für Gehaltsverhandlungen ist der Medianlohn die relevantere Kennzahl.
Der Durchschnittslohn in der Schweiz liegt 2026 bei rund CHF 7’400/Monat — das sind über CHF 600 mehr als der Medianlohn. Dieser Unterschied zeigt die Schiefe der Lohnverteilung: Eine kleine Gruppe von Spitzenverdienern zieht den Durchschnitt stark nach oben.